Kunst und Kultur für Kinder – „Kulturrucksack-Schnuppertag“

Voller Begeisterung waren die Fünftklässler der Teamschule beim „Kulturrucksack-Schnuppertag“ im Kulturbahnhof bei der Sache. Unzählige Angebote warteten.

IMG_2175

„Kunst ist cool,“ findet Justin. Er ist Schüler der fünften Klasse der Teamschule und durfte gemeinsam mit seinen Klassenkameraden am Montag einen spannenden „Kulturrucksack-Schnuppertag“ erleben. In zehn verschiedenen Workshops wurde gehämmert, getanzt und gemalt, schließlich hat Kultur viele Facetten. Und genau dieses sollte den Schülern auch nahe gebracht werden, erklärte Gregor Stiefel vom Schulamt der Stadtverwaltung.

„Es handelt sich um ein Landesprojekt,“ erzählte Stiefel. Die Städte Drensteinfurt, Ahlen und Sendenhorst hätten sich gemeinsam beworben und einen recht beachtlichen Zuschuss erhalten. Dieser soll nun für Kulturangebote für Zehn- bis 14-Jährige genutzt werden. Die drei Partnerstädte haben sich für ein Projekt aus drei Bausteinen entschieden. Der erste Baustein ist eben jener „Schnuppertag“, der am Montag für die fünften Klassen der Teamschule im Kulturbahnhof angeboten wurde. Der zweite Baustein besteht darin, die Ergebnisse des „Schnuppertages“ in das Ferienprogramm aufzunehmen. Ein dritter Baustein beinhaltet Besuche im Ahlener Kunstmuseum und in der ehemaligen Drensteinfurter Synagoge.

IMG_2181

Zum Auftakt des Kulturprojekts begrüßte Gregor Stiefel die 105 Schüler am Montagmorgen in der Schule, wo jeder seine „Kultur-Card“ entgegennehmen durfte. Auf dieser Karte wurde nachher abgestempelt, an welchem der angebotenen Workshops die Mädchen und Jungen teilgenommen hatten. Rund drei Stunden war Zeit, in die verschiedensten Angebote „hineinzuschnuppern.“ Bei den Mädchen kamen vor allem die Tanz-Workshops gut an. „Hip-Hop hat mir am besten gefallen““, berichtete Adriana. Sie habe dabei besonders viel Spaß gehabt. Und auch Jacqueline, Lisa und Pauline waren von dem Workshop mit Anna Lea Fächner von der „Hip-Hop-Academy Münster“ begeistert. „Sie hat alles sehr gut erklärt und ist sehr nett“, waren sich die drei Freundinnen einig.

Die Jungen hatten etwas andere Prioritäten. Vor allem der Workshop „Bildhauerei“ mit Liane Heuer und Wilfried Pinsdorf aus dem Sandsteinmuseum in Havixbeck kam besonders gut an. Das Meißeln schien eine mehr als gelungene Abwechslung zum sonst alltäglichen Schulleben zu sein. Auch Jaron hatte bei diesem Workshop viel Spaß, doch ein anderes Angebot hatte sein Interesse mindestens genauso geweckt. Die „Gedenk-Kultur“ des Synagogenvereins gefiel ihm ebenso gut, weil „man viel über die Religion der Juden lernt“, so der Schüler. Sabine Omland und Waltraud Angenendt versuchten, den Mädchen und Jungen die Geschichte und Religion der Juden näher zu bringen.

Wohl am beliebtesten war der Workshop „Arte Povere“. Bei dieser italienischen Kunstform werden arm und wertlos wirkende Gegenstände wie Holz, rostiges Metall, Drähte und Bindfaden verwendet, um Kunstwerke herzustellen. Heidi Marczinke, die dieses Angebot leitete, hat bisher durchaus positive Erfahrungen bei der Arbeit mit Kindern gemacht. „Auch die Jungs sind hier offen für Kunst, weil es Bohrmaschinen gibt und man sich dreckig machen darf,“ so die Künstlerin und Dozentin. Aber auch die Mädchen tummelten sich bei diesem Workshop, da sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten.

Auch beim Breakdance, bei der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts des Kunstmuseums Ahlen und beim Graffiti-Workshop herrschte den ganzen Morgen Hochbetrieb. Zudem durfte eine ordentliche Frühstückspause beim Team des Kulturbahnhofs, das das Projekt tatkräftig unterstützte, nicht fehlen. Den Kindern wurde im Anschluss Raum und Zeit gegeben, um aufzuschreiben, was ihnen besonders gut gefallen hat und was in Drensteinfurt an Kulturangeboten für ihre Altersgruppe noch fehlt. Anmerkungen, die in den kommenden Jahren aufgegriffen werden sollen. Zum Abschluss des Tages wurden in großer Runde die Ergebnisse besprochen. Die 105 Mädchen und Jungen werden sicher positiv und gern an diesen „Kultur-Schnuppertag“ zurückdenken.

Quelle: Westfälische Nachrichten, 27. Mai 2013